Blick ins Jahr 2025:

Die Zukunft der Konsumgüterbranche

Wie sieht die Konsumgüterbranche im Jahr 2025 aus? Drei Beratungsunternehmen haben einen Blick in die Zukunft gewagt. Die Studie „2025: Smart Value Networks“ von GS1, rheingold und PwC Deutschland beleuchtet, welche Geschäftsmodelle, Prozesse und Technologien die Branche in einigen Jahren prägen werden. Die Autoren stellen zunächst sieben Szenarien vor, fassen die wesentlichen Erkenntnisse dann in einer Management Summary zusammen und geben Handlungsempfehlungen. Zusätzlich können Interessierte auf der Website von GS1 eine Roadmap mit unternehmensspezifischen Empfehlungen anfordern.

Kundenverhalten und Märkte im Wandel

Bis 2025 wird die Konsumgüterbranche einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen, so die Prognose. Unternehmen müssen sich auf ein geändertes Verhalten von Kunden und sich stetig wandelnde Märkte einstellen. Die dafür nötige Umgestaltung betrifft alle Bereiche eines Unternehmens. Sie schließt seine Kultur ebenso ein wie seine Organisation, deren Prozesse und die eingesetzten Technologien. Die Autoren der Studie haben sieben Szenarien entworfen, in denen sie Treiber des Wandels benennen und ein Bild der zukünftigen Konsumgüterwirtschaft skizzieren. Die zentralen Trends aus diesen Szenarien stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

  1. Shopperverhalten 2025

Stammkunde oder Laufkundschaft? Online-Shopper oder „Showroomer“? Solche Unterschiede sind bedeutungslos geworden, denn klar definierte Shoppertypen gibt es nicht mehr. Technische und gesellschaftliche Entwicklungen bestimmen vielmehr, wie sich Kunden in einer bestimmten Situation verhalten. Unternehmen müssen sich daher flexibel auf die Bedürfnisse ihrer Kunden einstellen und Angebote, Produkte sowie Services danach ausrichten.

  1. Omnichannel

Händler, die ihr Geschäft ausschließlich online betreiben, dürften zukünftig die Ausnahme sein. Genau wie solche, die exklusiv auf den physischen Verkaufskanal setzen. Omnichannel ist für Kunden Standard – genauso wie individuelle Services und ein Einkaufserlebnis, das begeistert. Der Trend zur Urbanisierung hält weiterhin an, Pendlerströme nehmen zu und das Mobilitätsverhalten ändert sich. Das führt wiederum dazu, dass neue Einkaufsorte und -zeiten sowie der mobile Konsum an Bedeutung gewinnen.

  1. Sortiments-Management & Beschaffung

Klar abgegrenzte Arbeitsbereiche und Aufgaben prägten Unternehmen in der Vergangenheit. 2025 werden solche Trennungen aufgehoben sein. Organisationsbereiche und vormals strikt getrennt arbeitende Mitarbeiter von Unternehmen haben sich organisatorisch angenähert.

  • Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten bilden sogenannte crossfunktionale Teams, um Aufgaben bereichsübergreifend zu lösen.
  • Künstliche Intelligenz (KI) gibt dabei Handlungsempfehlungen und unterstützt die Mitarbeiter im Einkauf.
  • Im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen sinkt die direkte Interaktion von Mensch zu Mensch, persönliche Beziehungen zwischen Geschäftspartnern werden seltener. Wo direkter Kontakt stattfindet, dürfte dieser an Wertschätzung gewinnen.
  1. Lieferkettenmanagement

Kunden sind es gewohnt, dass sie stets unter verschiedenen Optionen wählen können. Das gilt nicht nur mit Blick auf den Einkauf, sondern auch auf Anlieferung und Abholmöglichkeiten. Modernes Lieferkettenmanagement muss diese Erwartung mit steigenden Vorgaben für den Umweltschutz und den Folgen des demographischen Wandels vereinbaren. So rücken etwa hierzulande weniger neue Berufskraftfahrer nach, als in den Ruhestand gehen. Das Ziel lautet folglich, eine sinnvolle Balance zwischen Kundenwünschen und Notwendigkeiten zu schaffen.

  1. Technologie-Trends

Das „Internet der Dinge“ macht Objekte intelligent, adressierbar und interaktiv. Konsumenten nutzen Smart-Home-Anwendungen und sogenannte Wearables, um mit ihrer Umgebung zu interagieren. Die Blockchain-Technologie ist inzwischen ausgereift. Dies trägt dazu bei, dass Geschäftsprozesse transparenter werden und besser vor Manipulationen geschützt sind.

  1. Produktion, Transparenz und Rückverfolgbarkeit

Konsumenten von morgen werden deutlich andere Ansprüche an Produkte stellen. Sie erwarten mehr denn je, dass ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Gleichzeitig wünschen sie sich Einfachheit und Komfort. Die Personalisierung von Waren spielt für sie ebenso eine wichtige Rolle wie das Bewusstsein für Gesundheit und Nachhaltigkeit. Unternehmen müssen deshalb auf eine Vielzahl von Anforderungen in puncto Skalierbarkeit, Bedarfsorientierung, Nachhaltigkeit und Produktpersonalisierung reagieren. Dafür nutzen sie flexiblere Prozessmodelle.

  1. Wertschöpfungsnetzwerke & Netzwerk-Management

Wertschöpfungsmodelle sollen in Zukunft agiler und kooperativer werden. Digitale Plattformen gewinnen dagegen zunehmend Marktanteile, indem sie unterschiedlichste Zielgruppen miteinander vernetzen und innovative Geschäftsmodelle unterstützen. Menschen, Unternehmen und andere Organisationen werden sich in nochmals deutlich höherem Maße als heutzutage miteinander verbinden, um gemeinsame Werte zu generieren – dies gilt sowohl für den digitalen Raum als auch die physische Realität.

Unternehmen müssen Wertschöpfung neu denken

Glaubt man der Studie, erlebt die Konsumgüterbranche bis 2025 einen deutlichen Wandel, zumal viele bereits laufende Entwicklungen erst in den nächsten Jahren vollständig zur Geltung kommen werden. Übrig bleibt lediglich eine Realität: Online- und Offline-Prozesse verschmelzen miteinander und sind komplett auf den Kunden ausgerichtet, gemäß seines Anspruchs: „immer – alles – sofort – bequem – preiswert – State of the Art“.

In den Augen der Verfasser liegt in den zu erwartenden Veränderungen viel Potenzial für Unternehmen: „Je größer die Herausforderungen, desto größer die Chancen“, so ihr Fazit. Die wesentliche Aufgabe dabei lautet, Wertschöpfung völlig neu zu denken. Sie wollen mehr über die Details erfahren? Die Management Summary sowie die sieben Szenarien können Sie hier kostenlos herunterladen.