Bargeld verliert zunehmend an Bedeutung :

Mobile Payment: Setzt sich das Handy durch?

Bargeldlose Bezahlverfahren sind auf dem Vormarsch. Schon 2018 haben Kunden mehr Geld per Debit- und Kreditkarte im deutschen Einzelhandel ausgegeben als in bar1. Gleichzeitig entdecken immer mehr Verbraucher sogenannte digitale Bezahlverfahren für sich. Experten gehen davon aus, dass „Mobile Payment“, also das Bezahlen mit Smartphone und anderen Geräten, zukünftig die Regel sein könnte.

Kunden erwarten bargeldlose Optionen

„Ich ärgere mich häufig, weil ich nicht überall bargeldlos bezahlen kann“: 66 Prozent der Personen, die der Branchenverband Bitkom2 in diesem Jahr befragt hat, stimmen der Aussage zu. Das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Sollte der Handel gesetzlich dazu verpflichtet werden, mindestens eine elektronische Bezahlform anzubieten? Auch dafür wächst die Zustimmung: 2018 haben 50 Prozent der Befragten die Frage bejaht, 2019 sind es 62 Prozent. Anders gesagt: Für 6 von 10 deutschen Verbrauchern scheint der Bezahlvorgang inzwischen wesentlicher Teil eines positiven Kundenerlebnisses zu sein.

Viele Händler setzen auf die Debitkarte

Der Handel räumt dem Bargeld für die Zukunft offenbar ebenfalls keine große Bedeutung ein. Darauf deuten zumindest die Antworten von Einzelhändlern hin, die das Handelsforschungsinstitut EHI befragt hat3. Demnach rechnen viele von ihnen damit, dass zukünftig nur noch Beträge bis 30 Euro bar beglichen werden. Für Beträge darüber erwarten sie, dass die Debitkarte – auch als Girocard oder EC-Karte geläufig – in der nahen Zukunft Zahlungsmittel Nr.1 sein wird. Kreditkarten akzeptiert der Handel offenbar weniger gern. Der Grund dafür? Das e-commerce Magazin vermutet, dass vor allem „diverse Zusatzkosten“ für den Handel einen häufigeren Einsatz der Kreditkarte bremsen.

Im Aufwind: kontaktloses Bezahlen

Die Autoren der Studie nennen einen weiteren möglichen Grund für die Beliebtheit der Debitkarte: Der Zeitgewinn, der dem Kunden durch den kontaktlosen Bezahlvorgang entsteht.  Dafür muss die Debit- oder Kreditkarte lediglich mit einem sogenannten NFC-Chip4 ausgestattet sein, neuere Karten erfüllen diese Voraussetzung in der Regel. Der Vorteil für Kunden: Sie müssen ihre Karte nicht mehr in ein Lesegerät stecken und eine PIN eingeben. Zudem können Kleinbeträge bis 25 Euro auch ohne Eingabe einer PIN bezahlt werden. Das macht das Bezahlen einfacher und bequemer. Tatsächlich scheint diese Option immer gefragter zu sein, der Markt hat darauf in den vergangenen Jahren reagiert:

  • Händler, die 2017 die Bezahl-Option „Girocard kontaktlos“ anboten: 7 Prozent
  • Händler, die 2018 die Bezahl-Option „Girocard kontaktlos“ anboten: 56,3 Prozent

Bleibt die Debitkarte zukünftig zu Hause?

Aber wie sieht die Zukunft aus? Könnten Debitkarten langfristig genauso an Bedeutung verlieren wie das Bargeld? Der Handelsverband HDE geht davon aus, dass digitale Bezahlverfahren erst am Anfang stehen und sich ihre Entwicklung „zukünftig stark beschleunigen“ wird5. Mobile Payment bietet Kunden schon heute den Komfort des schnellen, kontaktlosen Bezahlens. Denn nicht nur Bezahlkarten werden heute mit NFC-Chips ausgestattet, sondern auch immer mehr Mobilgeräte.

Mobile Payment
Für Mobile Payment benötigen Nutzer ein NFC-fähiges Gerät und eine Bezahl-App wie beispielsweise Google Pay oder Apple Pay. 

Bezahlen mit Mobilgerät und NFC

Grundsätzlich eignet sich jedes Gerät mit einem NFC-Chip für Mobile Payment – das kann ein Handy oder Tablet sein, aber auch eine Smartwatch, ein Armband oder ein anderes Mobilgerät. Darüber hinaus ist das Bezahlen mit einem NFC-fähigen Endgerät dank anspruchsvoller, zertifizierter  Sicherheitsverfahren nahezu risikofrei. Die Auswahl geeigneter Apps ist inzwischen ebenfalls groß. Viele Banken und Sparkassen bieten eigene Bezahl-Apps oder erweitern ihre bestehenden Banking-Apps um eine entsprechende Funktion. Wie genau funktioniert das Bezahlen mit Mobile Payment? Die erforderlichen Schritte sind einfach:

  1. Bezahl-App auf Handy oder einem anderen NFC-fähigen Gerät installieren
  2. Nummer der verwendeten Debit- oder Kreditkarte in der App hinterlegen
  3. App starten und das Mobilgerät zum Bezahlen ans Kassenterminal halten

Video („WISO“-Beitrag des ZDF)

Der Handel sollte auf Vielfalt setzen

Jeder vierte deutsche Verbraucher nutzt inzwischen mobile Bezahl-Apps5. Könnte das Smartphone zum bevorzugten Zahlungsmittel werden? Für den Zahlungsdienstleister Wirecard ist die Entwicklung in diese Richtung „der logische Weg“. Und was bedeutet dies für Omnichannel Händler mit digitalen Kanälen sollten mobile Bezahlverfahren vielleicht am besten als wichtige Erweiterung des bestehenden Angebots sehen. Fachleute raten jedenfalls zu Vielfalt: Entscheidend sei, dass Händler „sowohl im lokalen Ladengeschäft als auch im Onlineshop eine Vielzahl an Zahlungsmitteln anbieten“6.

Mehr Zahlungsarten, besseres Kundenerlebnis

Als Mobilfunkanbieter verfolgt Telefónica das Thema Mobile Payment mit größter Aufmerksamkeit. Dem Bedürfnis unserer Kunden nach modernen Bezahlverfahren, die bequem, bargeldlos und sicher sind, kommen wir selbstverständlich nach. Wir sehen den Bezahlvorgang mit den Augen unserer Kunden: als wichtigen Teil einer aus Kundensicht durchdachten Customer Journey. Und als Unternehmen mit Omnichannel Vertrieb gestalten wir die Entwicklung in diesem Bereich aktiv mit. O2 Kunden können beispielsweise viele Entertainment-Angebote vom Filmdownload bis zur Gaming-Flatrate inzwischen ganz bequem per Handyrechnung bezahlen.

 

1 https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-bezahlen-erstmals-mehr-mit-karte-als-mit-bargeld-a-1266076.html

2 Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V.

3 https://www.e-commerce-magazin.de/ehi-studie-bargeldloses-bezahlen-im-einzelhandel-legt-weiter-zu/

4 Der Funkstandard NFC („Near Field Communication“) ermöglicht die drahtlose Übertragung von Daten zwischen geeigneten Geräten. Die maximale Distanz zwischen diesen Geräten ist dabei auf wenige Zentimeter beschränkt, das Verfahren gilt daher als sehr abhörsicher.

5 https://www.internetworld.de/technik/zahlen-studien/liebe-deutschen-bargeld-schwindet-1746385.html?fbclid=IwAR0Enyae_nYo-Yh_44Hv7sjfcLIVpUl6ZLzLjUhk5NL4Z3uqXXHzEE4kLvs

6 https://www.trendreport.de/omni-channel-voraussetzungen-fuer-langfristigen-erfolg/