Bewerbersuche in allen Kanälen :

Omnichannel Recruiting: Was ist wesentlich?

Recruiting-Experten raten dem Einzelhandel, auch bei der Suche nach neuen Mitarbeitern konsequent auf das Prinzip Omnichannel zu setzen. Die Optimierung der eigenen Inhalte für unterschiedliche digitale Kanäle spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Einbindung der eigenen Mitarbeiter.

Kandidaten verhalten sich wie Kunden

Die Recruiting-Plattform Talentry ist überzeugt: Job-Suchende verhalten sich heute ähnlich wie Kunden, die von einem Anbieter rundum positive Erlebnisse erwarten. Der Eindruck, den ein Bewerber im Rahmen der sogenannten Candidate Journey gewinnt, ist demzufolge maßgeblich für die Wahl des Jobs. Unternehmen sollten deshalb darauf achten, dass Kandidaten sich jederzeit gut betreut fühlen. „Jede Interaktion und jeder Kontaktpunkt muss für den Kandidaten persönlich von Relevanz sein“, ist Talentry1 überzeugt. Das gilt angeblich für die Karrieremesse genauso wie für Networking-Veranstaltung, Online-Chat, Telefonat, E-Mail und Vorstellungsgespräch.

Die Stellensuche: immer häufiger mobil

Auch bei der Jobsuche spielen Mobilgeräte inzwischen eine wichtige Rolle. Recruiting-Spezialist Avature2 findet es daher wichtig, dass „sämtliche Aspekte des Bewerbungsprozesses geräteübergreifend funktionieren“. Telefónica hat das Recruiting frühzeitig um einen entsprechenden Kanal erweitert: Bereits seit 2017 können Kandidaten sich per Smartphone oder Tablet auf Stellenangebote bewerben. Durch die kürzlich eingeführte Funktion „Quick Apply“ konnten die Eingaben in Pflichtfeldern zudem auf ein Minimum begrenzt werden.

Mitarbeiter zu Headhuntern machen

Sowohl Talentry als auch Avature betonen, dass eigene Mitarbeiter eine wichtige Rolle bei der Rekrutierung neuer Talente spielen können. Telefónica setzt für den Bewerbungsprozess unter anderem auf Social Media – und auf Mitarbeiter, die mit den entsprechenden Angeboten großgeworden sind. Vertreter der Millennial-Generation etwa wissen erfahrungsgemäß sehr gut, wie sie Interessenten in den entsprechenden Kanälen proaktiv ansprechen und Angehörige der Generation Z für eine Ausbildung oder Mitarbeit im Unternehmen begeistern können.

Ansprache in vielen Kanälen
Avature ist überzeugt: „Wenn es um das Recruiting im Einzelhandel geht, sind die besten Kandidaten oftmals die eigenen Kunden“. Telefónica sieht in den Angehörigen der Generation Z sowohl Kunden als auch potenzielle Mitarbeiter. 2019 hat Telefónica daher unter anderem die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Studierenden der auf Marketing und Management spezialisierten Münchner Hochschule Campus M21 genutzt. Bei einem persönlichen Treffen stellten Mitarbeiter von Telefónica die Firmenphilosophie des Omnichannel-Unternehmens vor und beantworteten Fragen.

Prozesse möglichst einfach gestalten

Grundsätzlich scheint es ratsam, auch bei der Suche nach digitalen Talenten sämtliche Kanäle zu nutzen. Experten empfehlen, hier ähnliche Kriterien walten zu lassen wie im Kontakt mit ihren Kunden. Soziale Medien sollten ebenso ins Recruiting eingebunden werden wie eigene Mitarbeiter, die Bewerber proaktiv ansprechen können. Alle Prozesse sollten so einfach wie möglich sein. Dazu gehört auch, dass digitale Kanäle sich problemlos mit verschiedenen Geräten für die Bewerbung nutzen lassen. Laut Avature können Unternehmen so nicht nur zeigen, dass sie die Omnichannel-Prinzipien verstanden haben, sondern gehen gleichzeitig auch auf die Nutzungsgewohnheiten ihrer Kandidaten ein.

 

1https://blog.talentry.com/2019/08/08/omni-channel-recruiting/?lang=de

2https://www.avature.net/de/blogs/omnikanal-recruiting-im-einzelhandel-kandidaten-ueber-alle-kanaele-hinweg-fuer-sich-gewinnen/