Aktuelle Zahlen zum Einkaufsverhalten im E-Commerce:

Online-Shopping 2019: Trends und Potenziale

Zweimal im Jahr erstellt KPMG die Studie Online-Shopping. Hierfür befragt das Beratungsunternehmen Personen im Alter zwischen 19 und 79 Jahren mit starker Online-Affinität und hohem Bildungsabschluss zu ihren Einkaufsgewohnheiten. Wer kauft was, wann und wie? Welche Unterschiede gibt es zwischen Shoppern aus verschiedenen Generationen? Die wesentlichen Ergebnisse der aktuellen Befragung haben wir für Sie zusammengefasst.

So verteilen Konsumenten ihr Einkaufsbudget

Knapp jeder Fünfte der Befragten kauft mehrmals in der Woche im Web ein. Angehörige der sogenannten Generation Z (19-24 Jahre) haben 2018 mehr als die Hälfte ihrer Ausgaben online getätigt (54 Prozent) – Tendenz steigend. Die Generation der Babyboomer (56-79 Jahre) scheint das Online-Shopping ebenfalls für sich zu entdecken: 2018 erledigten 17 Prozent von ihnen den überwiegenden Teil (60-100 Prozent) ihrer Einkäufe online, 2019 ist dieser Anteil auf 24 Prozent gestiegen. Anders gesagt: Auch ältere Kunden fühlen sich in den digitalen Kanälen der Einkaufswelt offenbar zunehmend zu Hause.

 
2018
2019
Online-Anteil am Gesamteinkauf
60-70%
80-100%
60-70%
80-100%
Generation Z
43%
11%
50%
20%
Total
54%
70%
Babyboomer
4%
13%
21%
3%
Total
17%
24%

Online gekauft wird unabhängig vom Wochentag und vorzugsweise abends. Eine Zahl, die man vielleicht nicht erwartet hätte: Neun von zehn Befragten shoppen am liebsten mit Laptop oder Desktop PC. Das Smartphone wird jedoch immer beliebter: 2019 wird es um 20 Prozent häufiger genutzt als 2018. Die Umfrageteilnehmer geben mehrheitlich an, dass sie mit dem Handy lieber auf einer Website einkaufen statt mittels einer App.

Chancen für Fachhändler – auch im Online-Handel

Für Online-Fachhändler besteht in den Augen von KPMG künftig weiterhin großes Potenzial. Denn die Mehrzahl der Befragten bevorzugt keine Allround-Anbieter. Der Aussage „Ich nutze eher einen Online-Marktplatz, auf dem ich all meine Einkäufe gebündelt tätigen kann“ stimmten 64 Prozent der Befragten „eher nicht“ oder „gar nicht“ zu.

Fachhändler können sich zudem den Wunsch nach Datensparsamkeit zunutze machen. Immerhin ist die Sorge weit verbreitet, zum „gläsernen Kunden“ zu werden. Ganze 70 Prozent sind „gar nicht“ oder „eher nicht“ zur Herausgabe zusätzlicher persönlicher Daten bereit. Das gilt selbst dann, wenn im Gegenzug individuellere Angebote möglich sind. Die sogenannten Millennials (25-39 Jahre) scheinen allerdings aufgeschlossener zu sein: Bei ihnen liegt die Ablehnungsquote mit 60 Prozent etwas niedriger.

Junge Kunden legen Wert auf Umweltverträglichkeit

Freizeitartikel sind nach wie vor die bestverkauften Produkte im E-Commerce. Diese Artikel kaufen die Befragten gelegentlich oder regelmäßig online:

  • Spielwaren, Bücher, Musik und DVDs: 96 Prozent
  • Fashion & Accessoires: 86 Prozent
  • Unterhaltungselektronik & Elektrogeräte: 85 Prozent
  • Artikel aus dem Bereich Wohnen & Einrichten: 67 Prozent

Für den Online-Kauf von Lebensmitteln sieht KPMG grundsätzlich „enormes Potenzial“. Dieses lässt sich bislang jedoch nicht heben – anscheinend vor allem aufgrund diverser Bedenken bezüglich Verpackungsmüll und CO2 -Ausstoß. So gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, der Umwelt zuliebe keine Lebensmittel online zu bestellen. Hierbei bestehen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Altersgruppen: In der Generation Z spielt der Umweltaspekt für 67 Prozent eine Rolle, bei den Babyboomern nur für 13 Prozent.

Die Top 3 der Kunden-Ansprüche 2019

Verlässliche Produktbeschreibungen und -daten sind den Nutzern wie im Vorjahr am wichtigsten. Kostenlose Retouren – 2018 auf Platz 2 – haben an Bedeutung verloren. 2019 legen Online-Kunden offenbar größeren Wert auf Benutzerfreundlichkeit.

  1. Aussagekräftige Produktbeschreibung und korrekte Produktdaten (64 Prozent)
  2. Benutzerfreundlichkeit: einfache, intuitive Bedienung (60 Prozent)
  3. Kostenlose Retouren (48 Prozent)

Zu hohe Versandkosten führen die Liste mit Gründen für Kaufabbrüche an. Jeder dritte Nutzer (64 Prozent) ist deswegen schon einmal vom Kauf zurückgetreten. Auf Platz 2 und 3 folgen „Mangelndes Vertrauen in den Anbieter“ (53 Prozent) und eine „Nicht nutzerfreundliche Website“ (45 Prozent).

Wie wichtig sogenannte Vertrauenssignale sind, wird auch in diesen 3 Tipps für erfolgreiche Online-Shops deutlich. Ihre Befolgung kann laut Experten zu einer verbesserten Conversion Rate führen.

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